Stadttheater Aschaffenburg

Umbau, Sanierung und Erweiterung des denkmalgeschützten Theaters.

 

Standort: Aschaffenburg
Bauherr: Stadt Aschaffenburg
Typologie:

Kulturbau / Historischer Bau / Öffentlicher Bau

BGF:  
Zeitraum: 2003-2011
Vergabeform: Wettbewerb
Leistungsphase: 2-9
Projektpartner: Bearbeitung von Scheffler + Partner Architekten BDA in ARGE mit Lautenschläger Arch.

 

Die größte äußere Veränderung im Bereich des Stadttheaters brachten die alliierten Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg. Weite Teile der Aschaffenburger Innenstadt wurden zerstört und ebenso dauerhaft wie grundlegend verändert. Das ehemals dicht bebaute Areal zwischen Theater und Dalbergstraße wurde zum freien Platz, der auch in der Folgezeit nicht wieder bebaut wurde. Stattdessen diente er als Vorplatz für den Neubau des Rathauses, das mit seinen großvolumigen kubischen Baukörpern einen neuen städtbaulichen Masßstab in die Altstadt einführte.

Aus der Not heraus entstand Neues: In Verbindung mit dem Karlsplatz und dem Stiftsplatz ergab sich eine reizvolle Folge öffentlicher Räume, die von nun an die Altstadt gliederte.

Im Zuge des Wiederaufbaus wurde der Theatereingang an der Schloßgasse aufgegeben und – die neue räumliche Situation aufnehmend – an den Platz verlegt. Die axiale Beziehung zum Portal des alten Rathauses gehört zu den besonders geglückten städtebaulichen Umplanungen der Nachkriegszeit. Unbefriedigend blieb dagegen die Südwand des Theaters, die nie als frei stehende Fassade geplant war. Auch die Ostseite des neuen Theaterplatzes erhielt erst 1999 mit dem Bau eines Wohn- und Geschäftshauses ihre heutige Ausformung (siehe Foto Theaterrestaurant). Die Entscheidung, dessen Erdgeschoss als Kolonade auszubilden, muss heute als große Bereicherung für den Platz angesehen werden.

Das Projekt ist 2001 aus einem beschränkten Realisierungswettbewerb hervorgegangen. Als erster Bauabschnitt wurde 2005 der Zugang zur Tiefgarage mit einer „Stadtloggia“ gefasst, die gleichzeitig einen transparenten Raumabschluss zur Dalbergstraße bildet. Von ihrer Galerie aus haben Besucher einen guten Überblick über den Platz und die in den Bodenbelag eingearbeitete Sonnenuhr. 2006 erfolgte als 2. Bauabschnitt der neue Theaterplatz. Mit seinen sonnigen und schattigen Bereichen, dem Wasserlauf und den südlichen Kübelpflanzungen wird er von den Bewohnern als „Wohnzimmer der Altstadt“ angenommen.

Die Erweiterung und die Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden Stadttheaters bildete den 3. Bauabschnitt. Gefordert war der Erhalt der klassizistischen Bausubstanz sowie des wiederaufgebauten Foyers aus den frühen Fünfzigerjahren. Neben der konstruktiven und brandschutztechnischen Ertüchtigung ging es um das Bühnenhaus, den Zuschauerraum und um ein gläsernes Foyer, das zum Platz hin orientiert ist. Das Projekt wurde zusammen mit dem Aschaffenburger Büro  Lautenschläger  Architekt bearbeitet.