Studentenwohnheim Campus Riedberg

Konkurrierendes Entwurfsverfahren.

Neubau eines Studentenwohnheims Riedbergallee/International House auf dem Campus Riedberg der Goethe Universität Frankfurt.

2. Platz.

Standort: Riedbergallee, Frankfurt am Main, Deutschland
Auslober: Studentenwerk Frankfurt am Main /Stiftung zur Förderung der internationalen wissenschaftlichen Beziehungen
Typologie: Wohnheim
BGF: 15.000 m²
Wohneinheiten:  352
Zeitraum: 2018
Vergabeform:   Wettbewerb
   

Das neue Studentenwohnheim schließt eine der letzten Baulücken an der Riedbergallee. Mit seinen über 300 Studentenzimmern sowie den Wohnungen für Gastprofessoren leistet es einen wichtigen Beitrag zur Belebung des Universitätscampus.
Das Wohnheim soll den Studenten nicht nur ein „Dach über dem Kopf“ bieten, sondern für mindestens drei Jahre das „zu Hause“ ersetzen und neben dem Wohnen und Lernen auch Freizeitaktivitäten ermöglichen und das gegenseitige Kennenlernen der Studenten fördern.

Der Baukörper gibt sich nach außen als fünfgeschossiger Kubus. An der Riedbergallee liegen erdgeschossig die großflächig verglasten Gemeinschaftsräume und der Haupteingang. Im Innenhof wechseln sich Laubengänge und Innenflure ab. Die Laubengänge haben kleine Balkone für den Aufenthalt im Freien. Sie sind über – nicht notwendige – Treppen mit dem Hof verbunden und ermöglichen so einen schnellen und unkomplizierten Zugang zu dem Gemeinschaftsbereich. Die südliche „Himmelstreppe“ ist bis zum Dach verlängert und erschließt ein Belvedere, welches den großartigen Blick auf die imposante Frankfurter Skyline freigibt.

Auf der Südseite ist unter Ausnutzung des natürlichen Gefälles ein halb eingegrabenes Untergeschoss eingeschoben, das die Technikräume, die Waschräume, den Fitness- und den Musikübungsraum sowie die Garagen für Fahrräder und Autos aufnimmt.

Das Gebäude der Stiftung ist im Südwesten an den Hauptbau angeschlossen, bildet aber einen eigenen, nach außen hin deutlich ablesbaren Baukörper, der sich auch
durch Art und Farbe der Holzschalung vom übrigen Baukörper abhebt.

Das Gebäude ist wegen der großen Zahl gleicher Einheiten und wegen der geringen Spannweiten besonders gut für Vorfertigung und eine modulare Holzbauweise geeignet. Die Elemente werden, um Transportvolumen zu sparen, einzeln angeliefert und in einer Feldfabrik zusammengefügt. Anschließend werden sie mit dem Baukran in ihre Position gebracht. Durch dieses Vorgehen wird auch die Zahl der potentiellen Bieter nicht von vornherein eingeschränkt.

Die vorgefertigten Holzmodule bestehen aus CLT-Holzwänden, -decken und -fußböden in 9 cm Stärke. Zwischen zwei Wänden/Decken ist jeweils eine Luftschicht
von 3 cm Stärke mit Dämmpolstern angeordnet. Die Außenwände erhalten eine Wärmedämmung von 25 bis 30 cm Stärke und eine hinterlüftete Holzschalung.

Alle Abmessungen sind so gewählt, dass problemlos auf eine Masssivbauweise, z.B. auf Stahlbetonfertigteile, „umgestiegen“ werden kann.

Das Gebäude wird in der Gebäudeklasse 4 errichtet. Durch die Rundgang-Erschließung haben sämtliche Zimmer zwei Fluchtwege in entgegengesetzte Richtungen. Die Laubengänge werden nicht brennbar ausgebildet. Die Nutzungsabschnitte sind in 200 m² große Einheiten unterteilt. Alle Treppenhäuser sind betoniert. Sie werden durch Brandschutztüren abgetrennt und haben einen direkten Ausgang ins Freie.

Die Holzverkleidung besteht aus unbehandelten Lärchenholzbrettern.
Um sie in B2-Qualität einbauen zu können, sind in jedem Geschoss Brandschutzriegel aus Zinkblech vorgesehen.

Der begrünte Innenhof ist der Treffpunkt der Bewohner in der wärmeren Jahreszeit. Er bietet Sitzgelegenheiten zum Lesen und zum geselligen Beisammensein. Gegliedert wird er durch einige lichtkronige Bäume. Die Wege erhalten einen Belag aus wasserdurchlässigem Asphalt. Die offenen Laubengänge sind mit blühenden Kletterpflanzen bewachsen. Alle Dachflächen werden extensiv begrünt.